Preiswertes Desinfektionsmittel

In vielen Apotheken und Supermärkten sind Desinfektionsmittel zur Händedesinfektion seit Tagen ausverkauft. Zwar zählt eine gute Händehygiene zu den wichtigsten Schutzvorkehrungen gegen eine Infektion mit SARS-CoV-2, doch besteht laut Dr. Jürgen Gebel vom Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit für gesunde Menschen keine Notwendigkeit, im Alltag Desinfektionsmittel anzuwenden. Diese Meinung vertritt auch Lars Schaade, Vizepräsident des Robert Koch-Instituts (RKI) .

Wer dennoch Desinfektionsmittel einsetzen möchte oder sollte, weil er beispielsweise einer der Risikogruppen (Personen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma, Krebs-Patienten, Diabetiker, Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck etc.) angehört, benötigt zum Schutz vor SARS-CoV-2 nicht unbedingt eines der teuren Desinfektionsmittel.

Ethanol als Desinfektionsmittel

SARS-CoV-2 gehört, wie viele andere humanpathogene Viren wie Influenza, Mumps und Masern, zu der Gruppe der behüllten Viren. Diese sind durch Desinfektionsmittel einfacher zu deaktivieren als unbehüllte Viren. Zur Händedesinfektion sind Ethanol-basierte Mittel mit einem Gehalt ab 62 Prozent Ethanol wirksam.

Ethanol bekommt man quasi überall (Baumärkten, Drogerien, Apotheken, Online-Handel) und es wird sogar als Brennstoff für Kamine ohne Rauchabzug (Bio-Ethanol) verwendet. Ein Liter 96%iger Bio-Ethanol kostet (auch derzeit) nur rund 2,50 EUR.

Zur Desinfektion verwendet man am einfachsten solch hochprozentigen Ethanol (>90%) und verdünnt ihn mit kaltem, abgekochtem Wasser (8 Teile Ethanol und zwei Teile Wasser). Bei häufigerer Verwendung sollte man noch 1,5% Glycerol/Glyzerin (Apotheke) als Feuchthaltemittel dazugeben, weil die Haut durch die Desinfektion mit Ethanol-basierten Mitteln weit mehr austrocknet als beim Einsatz medizinischer Händedesinfektionsmittel.

Wichtig ist außerdem die sachgerechte Anwendung, die ich hier beschrieben habe.