Vertane Zeit

Der neue Virus SARS-CoV-2 ist seit Wochen das Top-Thema in den Nachrichten und bei vielen persönlichen Gesprächen. Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) behauptet, dass Deutschland “gut vorbereitet in der Planung” sei (Quelle: Bericht über den Coronavirus-Talk bei Maybrit Illner im Merkur )

Das dies offensichtlich falsch ist, bestätigt Spahn in der gleichen Sendung mit seiner Aussage

“Die Herausforderung ist, dass auf der ganzen Welt alle Länder Schutzausrüstung suchen, bestellen und sich gegenseitig auch weg kaufen. Wir müssen uns auf eine Knappheit einstellen.”

(Quelle: Coronavirus-Talk bei Maybrit Illner auf Twitter ).

Jetzt könnte man einwenden, dass die Regierung mit einer solchen Epidemie nicht rechnen konnte und Vorbereitungszeit seit dem ersten Auftreten im Dezember 2019 in China zu kurz war. Das stimmt aber nicht. Ganz im Gegenteil.

Die Bundesregierung wusste bereits seit Januar 2013, was auf Deutschland beim Auftreten eines neuen Corona-Virus zukommen kann. In dem Bericht Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012 wird über das Szenario des Auftretens eines neuen, fiktiven SARS-Viruses “Modi-SARS” umfassend informiert. Dort heißt es auf Seite 3:

“Zum Höhepunkt der ersten Erkrankungswelle nach ca. 300 Tagen sind ca. 6 Millionen Menschen in Deutschland an Modi-SARS erkrankt. Das Gesundheitssystem wird vor immense Herausforderungen gestellt, die nicht bewältigt werden können.”

Die Regierung zeigt sich also im Bereich der Vorsorge genau kompetent, wie man es angesichts der seit Jahren herrschenden Lieferengpässe bei den Humanarzneimittel erwarten durfte, nämlich gar nicht.